Die Kalibrierung von Wiege- und Dosieranlagen

16 Juni 2016

Gut funktionierende Wiege- und Dosieranlagen sind für die Herstellung von Futtermitteln von größter Bedeutung. Regelmäßig ist zu kontrollieren, ob die Mess- oder Dosiergenauigkeit dieser Anlagen noch ausreicht. Diese Kontrolle wird Kalibrierung (oder Eichung) genannt. Wenn die Waage oder Dosieranlage zu sehr von einem festgelegten Standard abweicht und also ungenau misst oder dosiert, hat eine Justierung zu erfolgen.

Die GMP+-Anforderungen

Das GMP+ Feed Certification scheme (GMP+ FC scheme) enthält Anforderungen an die Wiege- und Dosieranlagen sowie an deren regelmäßige Kalibrierung.

Siehe zum Beispiel Abschnitt 6.3.2.3 des GMP+-Standards B1, der Folgendes besagt:

„Alle Wiege- und Dosieranlagen, die zur Herstellung von Futtermitteln 
verwendet werden, müssen für die zu bestimmenden Gewichte oder Volumen 
ausgelegt sein und deren Genauigkeit ist regelmäßig zu überprüfen.

Außerdem ist die Dosierkapazität für die zu dosierende Komponentenmenge ausgelegt.“

Abschnitt 6.3.2.3 schreibt unter „Lenkung von Überwachungs- und Messanlagen“ Folgendes vor:

„Anlagen, die zum Wiegen/Dosieren von Vormischungen, Zusatzstoffen und Tierarzneimitteln verwendet werden, müssen mindestens zweimal pro Jahr nach einem von der Organisation entwickelten Verfahren, das den Vorgaben des GMP+ FSA Moduls entspricht, kalibriert werden.

Alle Anlagen, die zur Dosierung von beispielsweise Einzelfuttermitteln verwendet werden, müssen mindestens einmal pro Jahr kalibriert werden.“

Hinweis: GMP+-Standard B2 Herstellung von Futtermittelinhaltsstoffen enthält vor allem in den Abschnitten 5.2.4.4 und 5.3.2 in ähnlichen Worten Anforderungen an die Kalibrierung von Anlagen.

Erläuterung

Viel Gesetzgebung enthält Vorschriften zur regelmäßigen Kalibrierung von Waagen, die für Handelszwecke wie die Lieferung von Futtermitteln an Viehhalter verwendet werden.

Im Rahmen des GMP+ FC scheme handelt es sich jedoch vor allem um die Anlagen, die bei der Herstellung zum Einsatz gelangen. Fehlerhaftes Dosieren und Wiegen kann schließlich zu fehlerhaften Mischungen und Überschreitungen von Grenzwerten führen, die für Arzneimittel, Zusatzstoffe oder unerwünschte Substanzen gelten. Deshalb müssen diese Geräte gut funktionieren, damit sie sich zum genauen Wiegen oder Dosieren der Mengen eignen. Vergessen Sie in diesem Zusammenhang auch nicht die Geräte, mit denen Verarbeitungshilfsstoffe beigegeben werden.

Es hat einen Wartungsplan zu geben, der dafür sorgt, dass die Anlagen permanent gut funktionieren.

Zu jedem Gerät ist unter anderem folgendes festzulegen:

  • die geringste Menge, die gewogen werden kann
  • die höchstzulässige Wiegebelastung
  • die Genauigkeit des Geräts
  • die höchstzulässige Toleranz
  • die Häufigkeit und Art und Weise der Kalibrierung. Die Mindesthäufigkeit wird hier oben unter „GMP+-Anforderungen“ genannt.

Die Kalibrierung darf das Unternehmen gemäß einem festgelegten Kalibrierungsverfahren selbst vornehmen. Verwenden Sie dafür vorzugsweise bekannte (nationale) Normen oder Standards.

Es haben gute Aufzeichnungen zur Durchführung des Kalibrierungsverfahrens und der etwaigen Justierungen vorzuliegen. Alle zutreffenden Geräte haben über einen einzigartigen Identifizierungscode zu verfügen, sodass sie anhand des Kalibrierungsregisters zurückverfolgt werden können.

Schließlich hat das Unternehmen darüber nachzudenken, ob die vorgenommenen Anpassungen sich auf zuvor mit dem Gerät hergestellte Futtermittel auswirken.

Viele Lieferanten von Geräten bieten auch Dienstleistungen im Bereich der Wartung und Kalibrierung an. Es kann auch praktisch sein, dafür einen Vertrag zu schließen.

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