Anthrachinon: Pestizidverunreinigung oder ist Trocknung die Ursache?

24 März 2016

GMP+ International hat vor kurzem einen EWS-Fall abgeschlossen, bei dem in biologi-scher Zuckerrübenpulpe aus Deutschland Anthrachinon-Gehalte über dem höchstzuläs-sigen Grenzwert gemessen wurden. Obwohl dieser Zwischenfall inzwischen unter Kon-trolle ist und die Futtermittelsicherheit nicht gefährdet war, hält GMP+ International es für nützlich, Teilnehmer über die letztendliche Ursache der Kontaminierung zu informie-ren. Mit diesen Informationen können Sie Maßnahmen ergreifen, um die Ursache einer etwaigen Anthrachinon-Kontaminierung zu ermitteln.

Identifizierte Risiken

Anthrachinon kann als Pestizid hinzugefügt worden sein, kann sich jedoch auch bei Verbrennungs- und Trocknungsprozessen bilden.

In dem betreffenden EWS-Fall wurde das Vorhandensein von Anthrachinon zunächst einer Pestizidkontaminierung zugeschrieben. Ergänzende Analysen ergaben jedoch, dass die  Anthrachinonverunreinigung in dem Erzeugnis durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK4), die in dem Erzeugnisse vorhanden waren, verursacht worden war. PAK4 können während Trocknungsverfahren entstehen, bei denen das Erzeugnis direkten Kontakt mit den Brennstoffen hat.

Lenkungsmaßnahmen

Um die richtigen Lenkungsmaßnahmen ergreifen zu können, ist es erforderlich, die genaue Ursache zu kennen. GMP+ International empfiehlt allen nach GMP+ zertifizierten Unternehmen, auf einen möglichen Identitätswandel von Anthrachinon zu achten. Um Sicherheit darüber zu erhalten, ob eine zu untersuchende Probe Anthrachinon enthält, ist wie folgt vorzugehen:

  • Die Analyse ist mit Hilfe einer massenspektrometrischen Technik durchzuführen. Das Massenspektrum des Pestizids Anthrachinon weicht hinreichend von der eines möglicherweise vorhandenen PAK4 ab.
  • Außerdem wird stark empfohlen, die Probe - im Falle eines positiven Ergebnisses - auch auf das Vorhandensein von PAK4 zu untersuchen. Dies ist mit Hilfe einer massenspektrometrischen Technik, jedoch auch mit Fluoreszenz- und UV-Techniken möglich. Wenn in der Probe das Pestizid Anthrachinon nachgewiesen wird, können PAK4 ein falsches positives Ergebnis verursachen. Umgekehrt gilt, dass, sofern bei einer Probe das Pestizid Anthrachinon nicht benutzt oder nachgewiesen wurde, die Probe dennoch mit PAK4 kontaminiert sein kann.

Feed Safety Assurance ist eine gemeinsame Verantwortlichkeit und beginnt bei einfachen und konsistenten Schritten der einzelnen Unternehmen.

Für weitere Informationen siehe das GMP+ Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK4).

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