Beziehung zwischen der „GMP+ FSA“-Zertifizierung und der EU-Gesetzgebung

03 Oktober 2016

Regelmäßig erkundigen sich vor allem Unternehmen von außerhalb der Europäischen Union nach der Beziehung zwischen der EU-Gesetzgebung und den GMP+-Anforderungen. Für diese Unternehmen trifft die EU-Gesetzgebung zwar nicht immer unmittelbar zu (beispielsweise, wenn keine Lieferungen an den europäischen Markt ergehen), man sieht dort jedoch in den GMP+-Normdokumenten (also den B- und BA-Dokumenten) Verweise auf die EU-Gesetzgebung. In einer Reihe von Fällen sind die An-forderungen aus der EU-Gesetzgebung sogar gänzlich in die Standards eingeflossen. Die-ser Newsletter enthält nähere Erläuterungen zur Beziehung zwischen der „GMP+ FSA“-Zertifizierung und der EU-Gesetzgebung.

Grundanforderung: Sie müssen die Gesetzgebung erfüllen!

Abschnitt 2 aller B-Dokumente aus dem GMP+ Feed Certification scheme enthält die Grundanforderung, dass jedes in der Futtermittelwirtschaft tätige Unternehmen die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen hat. Dies bezieht sich sowohl auf die Gesetzgebung, die im eigenen Land gilt, als die Gesetzgebung in dem Land, in dem das Futtermittel in Verkehr gebracht wird. Da die „GMP+ Feed Safety Assurance“-Zertifizierung jedoch weltweit angewandt werden kann, ist es unmöglich. sämtliche Gesetzgebung der Welt im Auge zu behalten und in das GMP+ FC scheme aufzunehmen. Dadurch obliegt es weiterhin der Verantwortung jedes Teilnehmers, dafür Sorge zu tragen, dass die betreffende Futtermittelgesetzgebung gänzlich erfüllt wird.

EU-Gesetzgebung

Da der Großteil der GMP+-Teilnehmer in Europa tätig ist und Europa auch die weitreichendste Gesetzgebung in Bezug auf die Gewährleistung der Futtermittelsicherheit besitzt, enthalten die normativen GMP+-Dokumenten Anforderungen aus der EU-Gesetzgebung.

Eine Reihe Beispiele:

GMP+ BA1 Spezifische Grenzwerte für unbedenkliche Futtermittel

In dieses Dokument wurden die Grenzwerte für unbedenkliche Futtermittel aufgenommen, die von allen GMP+-Teilnehmern anzuwenden sind, um zu ermitteln, ob ein Futtermittel sicher ist oder abgelehnt werden muss. Der Großteil dieser Grenzwerte für unbedenkliche Futtermittel stammt aus der EU-Gesetzgebung. Dies ist auch aus der Quellenangabe zu den Grenzwerten für unbedenkliche Futtermittel ersichtlich. Mit der Aufnahme dieser (EU-) Grenzwerte in die GMP+-Anforderungen gelten diese Grenzwerte für alle GMP+-Teilnehmer, mithin auch für Teilnehmer außerhalb der EU.

GMP+ BA3 Mindestanforderungen in Bezug auf die Negativliste

Kraft der EU-Gesetzgebung sind bestimmte Erzeugnisse für den Einsatz als Futtermittel (beziehungsweise den Einsatz bei der Herstellung von Futtermitteln) verboten. Diese verbotenen Erzeugnisse sind in GMP+ BA3 Mindestanforderungen in Bezug auf die Negativliste gelistet. Auch GMP+-Unternehmen in Ländern außerhalb Europas dürfen diese in der EU verbotenen Erzeugnisse NICHT verwenden.

GMP+ BA4 Mindestanforderungen an Inspektionen und Analysen

Auch dieses Dokument enthält ein Beispiel für die integrierte EU-Gesetzgebung, wodurch diese für alle GMP+-Teilnehmer greift: das Protokoll über die Überwachung von Dioxin und dioxinähnliche PCB in Fetten und Ölen. Die geforderten Analysen gelten hier sowohl für GMP+-Unternehmen mit Sitz in Europa als GMP+-Unternehmen, die ihren Sitz außerhalb Europas haben.

Gilt die EU-Gesetzgebung damit auch für Unternehmen außerhalb Europas?

Das ist tatsächlich der Fall. Sofern die EU-Gesetzgebung in den GMP+-Anforderungen genannt wird, gilt diese für alle GMP+-Teilnehmer auf der Welt. Ausschließlich wenn die nationale Gesetzgebung strenger ist als die Anforderungen aus der „GMP+ FSA“-Zertifizierung, hat der GMP+-Teilnehmer selbstverständlich die fraglichen strengeren nationalen Vorschriften aus jener Gesetzgebung zu befolgen. In allen anderen Fällen (weniger strenge oder keine nationale Gesetzgebung) hat der GMP+-Teilnehmer die GMP+-Anforderungen zu befolgen, und zwar ungeachtet der Frage, wo das Unternehmen ansässig ist und wohin geliefert wird.

In Ländern, in denen hinsichtlich der Futtermittelsicherheit weniger strenge Gesetze gelten, lässt sich auf diese Art und Weise dasselbe Sicherungsniveau der Futtermittelsicherheit gewährleisten. So sorgen wir dafür, dass ein „GMP+ FSA“-Zertifikat außerhalb Europas denselben Wert hat wie innerhalb Europas.

Haben Sie anlässlich des vorliegenden Newsletters noch Fragen? Setzen Sie sich dann mit uns über unser in Verbindung.

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