Einleitung
Das vorliegende Marktinitiativen-Dokument (MI-Dokument) ist in enger Zusammenarbeit zwischen der niederländischen Marktinitiative „Duurzame Zuivelketen“ (Initiative für eine nachhaltige Lieferkette für Molkereiprodukte) und GMP+ International zustande gekommen. Das Hauptziel dieses Dokuments ist es, nach GMP+ zertifizierten Unternehmen eine ergänzende Zertifizierung von Futtermitteln nach den Anforderungen der „Duurzame Zuivelketen“ zu ermöglichen.
Marktinitiative für nachhaltige Mischfuttermittel
Als wichtiges Glied zwischen der Herstellung, dem Handel und dem Konsum von Soja über Futtermittel hat die Marktinitiative „Duurzame Zuivelketen“ GMP+ International gebeten, eine objektive und rückverfolgbare Sicherung der Herstellung von und Handel mit nachhaltigem Soja und nachhaltigen Mischfuttermitteln zu entwickeln. Mit dem vorliegenden Dokument wird diesem Bedürfnis entsprochen.
| Derzeit wird die Herstellung von und der Handel mit nachhaltigem Soja und nachhaltigen Mischfuttermitteln über Abschnitt 4 des vorliegenden Dokuments geregelt. Künftig kann dieser Anwendungsbereich um die Herstellung von und den Handel mit anderen Ausgangserzeugnissen (beispielsweise Palmöl und Fischmehl) erweitert werden, es ist jedoch auch möglich, darin später andere „Nachhaltigkeitsaspekte“ wie die CO2-Bilanz, den Energieverbrauch usw. aufzunehmen. Das Dokument wird denn auch in den nächsten Jahren weiterentwickelt, um dem zunehmenden Bedarf an nachhaltigeren Mischfuttermitteln gerecht zu werden. |
Duurzame Zuivelketen
Die Initiative „Duurzame Zuivelketen“ ist eine einzigartige Initiative, in deren Rahmen sich die Molkerei-Industrie und die Milchviehhalter gemeinsam dafür engagieren, zu einer allgemein hoch geachteten zukunftsbeständigen Lieferkette für Molkereiprodukte mit Respekt vor Mensch, Tier und Umwelt zu gelangen.
Die niederländischen Agrarverbände „Nederlandse Zuivel Organisatie“ (NZO), „LTO Nederland“, „Nederlandse Melkveehouders Vakbond“ (NMV) und „Nederlands Agrarisch Jongeren Kontakt“ (NAJK) haben ihre Kräfte in der „Duurzame Zuivelketen“ vereint.
Die Ziele dieser Initiative verteilen sich auf sieben wichtige Bereiche:
- klimagerechte Molkereiprodukte
- ständige Verbesserung von Tiergesundheit und Tierwohl
- Kühe in der Weide
- Erhalt der Biodiversität
- flächengebundene Milchviehhaltung
- Sicherheit auf dem Hof
- Unternehmensmodelle.
Eine der ersten Initiativen im Bereich nachhaltiger Futtermittel ist das Engagement für den ausschließlichen Einsatz von RTRS-zertifiziertem nachhaltigem Soja. Mit dem Anwendungsbereich „nachhaltiges Milchviehfutter“ kann das zertifizierte Unternehmen nachweisen, dass es die Anforderungen der Initiative „Duurzame Zuivelketen“ erfüllt.
1. Anwendungsbereich dieses Dokuments
Siehe § 3.5 in F0.3 Anwendungsbereiche für die Zertifizierung .
2. Normative Verweisungen
Das vorliegende MI-Dokument muss immer in Kombination mit dem Standard R5.0 Feed Responsibility Management Systems Requirements verwendet werden, der die Einrichtung eines Feed Responsibility Management System (FRMS) gewährleistet. Die kombinierte Verwendung ermöglicht es einem Unternehmen, nachhaltige Futtermittelprodukte und
-dienstleistungen gemäß den Vorgaben der Marktinitiative zu liefern beziehungsweise zu erbringen.
Das vorliegende Dokument muss
- ergänzend zum „GMP+ FSA“-Modul, oder
- in Kombination mit einem gleichwertigen Futtermittelsicherheitsstandard (siehe TS1.2 Beschaffung), oder
- ohne ergänzende Zertifizierung verwendet werden.
3. Begriffe und Definitionen
4. Nachhaltiges Milchviehfutter
4.1. Feed Responsibility Management System
Das zertifizierte Unternehmen muss folgende Anforderungen aus dem Dokument R5.0 Feed Responsibility Management Systems Requirements erfüllen:
| Abschnitt / § | Element |
| 2 | Normative Verweisungen |
| 4 | Systemvoraussetzungen (einschließlich der Paragraphen in diesem Abschnitt) |
| 5.1 | Material Accounting System |
| 5.2 | Segregation |
| 5.3 | Mass Balance |
| 5.5 | Book & Claim |
4.2. Anforderungen an die Beschaffung
Sämtliche Futtermittel mit der Kennzeichnung Nachhaltiges Milchviehfutter müssen die nachstehenden Anforderungen an die Beschaffung erfüllen.
Hilfreicher Tipp
Siehe auch § 4.5.1 „Informierung des Kunden über den Status des Futtermittels“ im Dokument R5.0 Feed Responsibility Management Systems Requirements.
4.2.1. Beschaffung von nachhaltigem Soja
Das zertifizierte Unternehmen muss sein nachhaltiges angebautes Soja von einem Primärerzeuger beziehen, der nach einem in Anhang 1 aufgeführten Standard zertifiziert ist. Das zertifizierte Unternehmen muss zertifiziertes Soja und Mischfutter, das verantwortungsvoll angebautes Soja enthält, von einem Lieferanten, mit Ausnahme von Primärerzeugern, beziehen, der nach einem in Anhang 2 aufgeführten Standard zertifiziert ist.
4.2.2. Beschaffung von Credits
Credits (für das Lieferkettenmodell Book & Claim) müssen unter Verwendung eines in Anhang 1 aufgeführten Standards erworben werden, der „Book & Claim“ anbietet.
Für Lieferungen von nachhaltigem Soja und nachhaltigem Milchviehfutter an Milchviehhalter im Rahmen der Initiative „Duurzame Zuivelketen“ muss reguläres Soja mit Credits aus einer der folgenden Regionen bzw. Provinzen verrechnet werden:
- Mato Grosso / Rondonia / Para
- Maranhao / Tocantins / Piaui / Bahia
- Mato Grosso do Sul / Goias
- Tucumán
- Santiago del Estero
- Salta
- Chaco
Hilfreicher Tipp
Unternehmen können auf der Grundlage der jeweiligen Verfügbarkeit auf der RTRS-Online-Plattform Credits nach Regionen in Brasilien und nach Provinzen in Argentinien finden.
Brasilien umfasst die folgenden Regionen:
- Mato Grosso / Rondonia / Para
- Maranhao / Tocantins / Piaui / Bahia
- Mato Grosso do Sul / Goias
Argentinien umfasst die folgenden Provinzen:
- Buenos Aires
- Córdoba
- Santa Fe
- Entre Ríos
- La Pampa
- San Luis
- Salta
- Chaco
- Tucumán
- Santiago del Estero
4.2.3. Beschaffung von Dienstleistungen
Sofern ein zertifiziertes Unternehmen Lager-, Umschlag- oder Transportdienstleistungen an externe Dritte vergibt, muss das zertifizierte Unternehmen sicherstellen, dass der externe unabhängige Dritte die zutreffenden Anforderungen nachweislich erfüllt.
Risk Management tools
That was a lot of information to digest and one might ask, what is the next step? Luckily we can offer support for the GMP+ Community when doing this. We provide support by means of various tools and guidances but as each company has a shared responsibility to feed safety, and therefor tailor-made solutions cannot be offered. However, we do help by explaining requirements and provide background information about the requirements.
We have developed various supporting materials for the GMP+ Community. These include various tools, ranging from Frequently Asked Questions (FAQ) lists to webinars and events.
Supporting materials related to this document (Guidelines and FAQ’s)
We have made documents available which give guidance to the GMP+ requirements as laid down in the module GMP+ FSA and GMP+ FRA. These documents give examples, answers to frequently asked questions or background information.
Where to find more about the GMP+ International Risk Management tools? Fact sheets More information: GMP+ Platform Product list More information: Product List Risk Assessments More information: GMP+ Platform GMP+ Monitoring database More information: GMP+ Monitoring database Support documents More information: Support documents |